NIR-Sortierfähigkeitsprüfung für Kunststoffverpackungen

– Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen sofort für die opti­sche Sor­tie­rung validieren

Moder­ne Recy­cling­sys­te­me sind auf die opti­sche Nahin­fra­rot-Sor­tie­rung (NIR) ange­wie­sen, um Kunst­stof­fe zu iden­ti­fi­zie­ren und zu tren­nen. Damit eine Ver­pa­ckung wirk­lich recy­cel­bar ist, darf sie nicht nur theo­re­tisch recy­cel­bar sein – sie muss auch in der rea­len Recy­cling­in­fra­struk­tur detek­tier­bar und sor­tier­bar sein. 

Ver­pa­ckungs­teams benö­ti­gen daher zuneh­mend prak­ti­sche Mög­lich­kei­ten, um die Sor­tier­fä­hig­keit bereits wäh­rend der Ent­wick­lung zu veri­fi­zie­ren, bevor die Pro­duk­te auf den Markt kom­men. Moder­ne Recy­cling­sys­te­me basie­ren auf der opti­schen Nahin­fra­rot-Sor­tie­rung (NIR), um Kunst­stof­fe in gemisch­ten Abfall­strö­men zu iden­ti­fi­zie­ren und zu tren­nen, sowie auf Lösun­gen zur Ana­ly­se von Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen.

Sortierfähigkeit von Verpackungen und optische NIR-Sortierung im Recycling

Recy­cling­an­la­gen ver­las­sen sich auf opti­sche Sor­tier­sys­te­me, um Poly­me­re in gemisch­ten Abfall­strö­men zu iden­ti­fi­zie­ren. Die­se Sys­te­me beleuch­ten Mate­ria­li­en mit nahem Infra­rot­licht und ana­ly­sie­ren das reflek­tier­te Signal, um den Poly­mer­typ zu bestimmen. 

Wenn Ver­pa­ckun­gen nicht zuver­läs­sig erkannt wer­den kön­nen, wer­den sie mög­li­cher­wei­se falsch sor­tiert oder aus den Recy­cling­strö­men aus­ge­schleust – selbst wenn das Poly­mer an sich tech­nisch recy­cel­bar ist.

Design­ent­schei­dun­gen, die die Detek­tier­bar­keit häu­fig ver­rin­gern, sind unter anderem:

  • Ruß­pig­men­te (Car­bon Black)
  • metal­li­sche Tin­ten oder Beschichtungen
  • Mehr­schich­ti­ge Folienstrukturen
  • Voll­flä­chi­ge Schrumpf­schläu­che (Shrink Sleeves)
  • hoher Füll­stoff­ge­halt

Wenn Ver­pa­ckun­gen für opti­sche Sor­tier­sys­te­me unsicht­bar wer­den, ist es unwahr­schein­lich, dass sie beim Recy­cling zurück­ge­won­nen werden.

Wenn ein Kunst­stoff nicht erkannt wer­den kann, kann er nicht sor­tiert wer­den – und ist folg­lich nicht recycelbar.

Wie optische Sortiersysteme Kunststoffe mittels NIR erkennen

Nahin­fra­rot-Sor­tier­sys­te­me (NIR) iden­ti­fi­zie­ren Kunst­stof­fe, indem sie mes­sen, wie Mate­ria­li­en bestimm­te Wel­len­län­gen des Infra­rot­lichts reflek­tie­ren.

Jedes Poly­mer hat eine cha­rak­te­ris­ti­sche spek­tra­le Signa­tur, die von opti­schen Sen­so­ren erfasst wer­den kann. Wenn ein Kunst­stoff­ar­ti­kel ein Sor­tier­band pas­siert, ana­ly­siert das Sys­tem die­ses Signal und lei­tet den Arti­kel in den ent­spre­chen­den Materialstrom. 

Für eine genaue Erken­nung muss die Ver­pa­ckung aus­rei­chend NIR-Licht reflektieren.
Ist die Refle­xi­on zu gering, kann das Sys­tem das Mate­ri­al unter Umstän­den nicht identifizieren.

Aus die­sem Grund ist die NIR-Refle­xi­on zu einem kri­ti­schen Para­me­ter beim Ver­pa­ckungs­de­sign für das Recy­cling gewor­den.

Warum schwarze Kunststoffe bei der optischen NIR-Sortierung oft durchfallen

Eine der häu­figs­ten Her­aus­for­de­run­gen beim Recy­cling ist die Erken­nung von schwar­zen Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen.

Vie­le schwar­ze Kunst­stof­fe ver­wen­den Ruß­pig­men­te (Car­bon Black), die Nahin­fra­rot­strah­lung stark absor­bie­ren. Wenn NIR-Licht absor­biert statt reflek­tiert wird, kön­nen die opti­schen Sor­tier­sen­so­ren kein ver­wert­ba­res Signal erfassen.

Dies hat zur Folge:

  • schwar­ze Kunst­stoff­ver­pa­ckun­gen kön­nen für NIR-Sen­so­ren unsicht­bar erscheinen
  • Arti­kel kön­nen falsch sor­tiert oder aus den Recy­cling­strö­men aus­ge­schleust werden
  • Aus­sa­gen zur Recy­cling­fä­hig­keit las­sen sich nur schwer belegen

Aller­dings ver­hal­ten sich nicht alle schwar­zen Kunst­stof­fe gleich. Eini­ge moder­ne Pig­men­te ermög­li­chen eine aus­rei­chen­de Refle­xi­on für die Detektion. 

Die Prü­fung der tat­säch­li­chen NIR-Refle­xi­on eines Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­als ist daher der ein­zi­ge zuver­läs­si­ge Weg, um fest­zu­stel­len, ob es von opti­schen Sor­tier­sys­te­men erkannt wer­den kann.

Warum die Detektierbarkeit von Verpackungen für das Recycling wichtig ist

Die Nicht­ein­hal­tung der Anfor­de­run­gen an die opti­sche Sor­tier­fä­hig­keit kann erheb­li­che Fol­gen für Ver­pa­ckungs­her­stel­ler und Mar­ken­ar­tik­ler haben.

Schlecht detek­tier­ba­re Mate­ria­li­en kön­nen füh­ren zu:

  • Feh­ler­haf­ten Anga­ben zur Recyclingfähigkeit
  • Ableh­nung bei Audits zur Recyclingfähigkeit
  • Gerin­ge­ren Rück­ge­win­nungs­ra­ten in Recyclinganlagen
  • Risi­ken bei der regu­la­to­ri­schen und ESG-Berichterstattung

Pra­xis­na­he Audits iden­ti­fi­zie­ren regel­mä­ßig Ver­pa­ckungs­de­signs, die auf­grund gerin­ger NIR-Sicht­bar­keit bei opti­schen Sor­tier­tests durchfallen.

Ohne Mess­da­ten bleibt die Recy­cling­fä­hig­keit eine Annah­me statt einer veri­fi­zier­ten Eigenschaft.

Regulatorische Treiber für die Sortierfähigkeit von Verpackungen

Regu­la­to­ri­sche Rah­men­be­din­gun­gen beto­nen zuneh­mend die rea­le Recy­cling­leis­tung und nicht nur die theo­re­ti­sche Recyclingfähigkeit.

Die EU-Ver­pa­ckungs­ver­ord­nung (PPWR) zielt dar­auf ab, sicher­zu­stel­len, dass auf den Markt gebrach­te Ver­pa­ckun­gen in bestehen­den Recy­cling­sys­te­men effek­tiv recy­celt wer­den kön­nen. Erfah­ren Sie hier mehr über die PPWR-Anfor­de­run­gen an die Kon­for­mi­tät von Ver­pa­ckun­gen.

In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten schränkt das kali­for­ni­sche Gesetz SB 343 Accu­ra­te Recy­cling Labe­l­ing Law Aus­sa­gen zur Recy­cling­fä­hig­keit ein, sofern die Ver­pa­ckung nicht defi­nier­te Kri­te­ri­en erfüllt, ein­schließ­lich der erfolg­rei­chen Sor­tie­rung in Recy­cling­an­la­gen.

Die­se regu­la­to­ri­schen Ent­wick­lun­gen unter­strei­chen die Bedeu­tung der Veri­fi­zie­rung der Detek­tier­bar­keit von Ver­pa­ckun­gen in opti­schen Sor­tier­sys­te­men.

Infol­ge­des­sen inte­grie­ren Ver­pa­ckungs­teams zuneh­mend die Bewer­tung der NIR-Sor­tier­fä­hig­keit in die Pro­dukt­ent­wick­lung.

Warum eine frühzeitige Prüfung der NIR-Sortierfähigkeit in der Verpackungsentwicklung wichtig ist

Die früh­zei­ti­ge Bewer­tung der opti­schen Detek­tier­bar­keit im Design­pro­zess ermög­licht es Inge­nieu­ren, poten­zi­el­le Pro­ble­me bei der Recy­cling­fä­hig­keit zu iden­ti­fi­zie­ren, bevor es zur Groß­se­ri­en­pro­duk­ti­on oder zu exter­nen Zer­ti­fi­zie­rungs­prü­fun­gen kommt.

Bran­chen­üb­li­che Prüf­rah­men wie die APR NIR-Sor­tier­pro­to­kol­le ent­hal­ten vor­läu­fi­ge Scree­ning-Metho­den, die eine schnel­le Bewer­tung der Poly­mer-Detek­tier­bar­keit vor voll­stän­di­gen Sor­tier­tests im Pilot­maß­stab ermöglichen.

Früh­zei­ti­ge Tests ermög­li­chen es Verpackungsentwicklern:

  • pro­ble­ma­ti­sche Pig­men­te oder Addi­ti­ve zu identifizieren
  • alter­na­ti­ve Mate­ria­li­en zu vergleichen
  • Ver­pa­ckungs­de­signs für das Recy­cling zu optimieren
  • das Risi­ko fehl­ge­schla­ge­ner exter­ner Bewer­tun­gen der Recy­cling­fä­hig­keit zu verringern

Durch die Inte­gra­ti­on der Sor­tier­fä­hig­keits­be­wer­tung in die Ent­wick­lungs­ab­läu­fe kön­nen Teams die Wahr­schein­lich­keit erhö­hen, dass Ver­pa­ckun­gen in moder­ner Recy­cling­in­fra­struk­tur kor­rekt funktionieren.

Mobile NIR-Reflexionsprüfung für die Sortierfähigkeit von Kunststoffen

Der tri­na­miX Reflec­ti­vi­ty Check kom­bi­niert das PAL One NIR-Hand­spek­tro­me­ter mit der 10 Pla­s­tics Reflec­ti­vi­ty-Anwen­dung, um die Nahin­fra­rot-Refle­xi­on von Kunst­stoff­ma­te­ria­li­en zu messen.

Die­ses trag­ba­re Sys­tem ermög­licht es Ver­pa­ckungs­teams, die NIR-Detek­tier­bar­keit direkt an Pro­ben zu bewer­ten, ohne dass Labor­ge­rä­te erfor­der­lich sind.

Das Sys­tem kann ein­ge­setzt werden:

  • wäh­rend der F&E von Verpackungen
  • bei Lie­fe­ran­ten­au­dits
  • an Pro­duk­ti­ons­li­ni­en
  • bei Bewer­tun­gen der Recyclingfähigkeit

Scann­ergeb­nis­se wer­den auto­ma­tisch in einem siche­ren Cloud-Por­tal gespei­chert und kön­nen als PDF-Doku­men­ta­ti­on für Com­pli­ance- oder Berichts­zwe­cke expor­tiert werden.

Wie die NIR-Reflexionsprüfung funktioniert

  1. Scan­nen Sie die Kunst­stoff­pro­be mit dem tri­na­miX PAL One NIR-Handspektrometer
  2. Die Anwen­dung misst die NIR-Refle­xi­on und ver­sucht eine Polymeridentifizierung
  3. Die Ergeb­nis­se wer­den in einem siche­ren Kun­den­por­tal gespei­chert, ein­schließ­lich detail­lier­ter Berich­te mit Refle­xi­ons­wer­ten und der Identifikationssicherheit

Wenn die Refle­xi­on unter etwa 10 % fällt, kann die Pro­be von opti­schen Sor­tier­sys­te­men unter Umstän­den nur schwer erkannt werden.

Bei­spiel­ergeb­nis­se:

  • Wei­ße PE-Schale:
    Reflek­ti­vi­tät 11,8%, Identifikation:
    PE, Unter­klas­se: LDPE → SORTIERBAR
  • Schwar­ze PET-Fla­sche: Reflek­ti­vi­tät 4,2%, Identifikation:
    PET → EINGESCHRÄNKT SORTIERBAR
  • Schwar­zer Clip:
    Reflek­ti­vi­tät < 1%, Iden­ti­fi­ka­ti­on fehl­ge­schla­gen → NICHT DETEKTIERBAR
Screenshot 10 Plastics Reflectivity App trinamiX

Hauptanwendungsfälle

Regulatorische Zulassung und externe Audits

Ver­pa­ckungs­her­stel­ler und Mar­ken­ar­tik­ler kön­nen die Sor­tier­fä­hig­keit veri­fi­zie­ren, bevor sie Mate­ria­li­en bei exter­nen Recy­cling­pro­gram­men wie Recy­Class oder ande­ren Zer­ti­fi­zie­rungs­rah­men einreichen.

Verpackungs-F&E und Additivprüfung

Mate­ri­al­ent­wick­ler kön­nen die Aus­wir­kun­gen von Pig­men­ten, Füll­stof­fen, Eti­ket­ten oder Beschich­tun­gen auf die NIR-Refle­xi­on wäh­rend des Ver­pa­ckungs­de­signs und des Pro­to­ty­pings bewerten.

Wer sollte dieses Tool verwenden?

Der Reflec­ti­vi­ty Check unter­stützt Fach­leu­te ent­lang der gesam­ten Wert­schöp­fungs­ket­te der Ver­pa­ckungs­ent­wick­lung und des Recyclings:

  • F&E-Ingenieure für Verpackungen
  • Mate­ri­al­wis­sen­schaft­ler
  • Recy­cler und Spe­zia­lis­ten für Sortiertechnologie
  • Ver­pa­ckungs­be­ra­ter und Audi­to­ren für Recyclingfähigkeit
  • Nach­hal­tig­keits- und Compliance-Teams
NIR-Handspektrometer zur Prüfung der Reflexion von Kunststoffen

FAQ – Prüfung der Sortierfähigkeit von Verpackungen

Was bedeutet NIR-Sortierfähigkeit beim Kunststoffrecycling?

Die NIR-Sor­tier­fä­hig­keit beschreibt, ob ein Kunst­stoff­ma­te­ri­al genü­gend nahes Infra­rot­licht reflek­tiert, um von opti­schen Sor­tier­sys­te­men in Recy­cling­an­la­gen erkannt zu werden.

Warum ist die NIR-Reflexion wichtig für die Recyclingfähigkeit von Verpackungen?

Wenn Ver­pa­ckun­gen Infra­rot­licht absor­bie­ren, anstatt es zu reflek­tie­ren, kön­nen Sor­tier­sen­so­ren das Mate­ri­al unter Umstän­den nicht erken­nen, was ver­hin­dert, dass es in den rich­ti­gen Recy­cling­strom gelangt.

Wie wird die Sortierfähigkeit von Verpackungen während der Entwicklung getestet?

Ver­pa­ckungs­ent­wick­ler mes­sen die NIR-Refle­xi­on mit­hil­fe von Spek­tro­sko­pie-Werk­zeu­gen oder vor­läu­fi­gen Scree­ning-Tests, bevor sie voll­stän­di­ge Bewer­tun­gen der Recy­cling­fä­hig­keit durchführen.

Bereit für den nächsten Schritt?

Wenn Sie veri­fi­zie­ren müs­sen, ob Ihre Ver­pa­ckung von opti­schen Sor­tier­sys­te­men erkannt wer­den kann, bie­tet der tri­na­miX Reflec­ti­vi­ty Check eine schnel­le und zuver­läs­si­ge Metho­de zur Bewer­tung der NIR-Refle­xi­on direkt an Kunststoffproben.

For­dern Sie ein Ange­bot an, buchen Sie einen Pro­ben­test oder ent­de­cken Sie wei­te­re Lösun­gen zur Kunst­stoff­ana­ly­se, um Ihren Work­flow in der Ver­pa­ckungs­ent­wick­lung zu unterstützen.

Sor­gen wir für eine kreis­lauf­fä­hi­ge Ver­pa­ckung – mit Klar­heit, Com­pli­ance und Vertrauen.